SG Gösenroth/Laufersweiler 1974 e.V.

Skandalspiel in Rhaunen

Skandal in der Handball-Rheinlandliga: Das Spiel zwischen Gösenroth und Saarburg wurde von Schiedsrichter Daniel Freese abgebrochen, nachdem er von einem Saarburger niedergestreckt wurde.

SG Gösenroth/Laufersweiler – Fortuna Saarburg abgebrochen. Bis zu den Schlusssekunden war es eine kampfbetonte Begegnung, die aber immer fair ablief. „Es gab keine Anzeichen, dass es dazu kommen würde“, sagte Gösenroths Trainer Daniel Fellenzer zu den Tumulten, die es beim Stand von 23:22 für Gösenroth gab. Folgendes soll sich in Rhaunen zugetragen haben: Saarburg hatte noch eine letzte Chance und ließ einen Verzweiflungswurf ab. Den harmlose Ball konnte SG-Keeper Marvin Martin nicht kontrollieren, er ließ ihn auf der Torlinie und nahe am Pfosten stehend nach unten abprallen. Von dort sprang der Ball hinter die Linie – oder doch nicht? „Das war eine knappe Entscheidung. Ich weiß nicht, ob der Ball drin war“, sagte Gösenroths Trainer Daniel Fellenzer. Saarburgs zweiter Vorsitzender Tim Moske hatte eine andere Meinung: „Der Ball war klar drin, die Gösenrother Spieler hatten schon die Hände über den Kopf zusammengeschlagen. Das hat jeder gesehen – und das muss auch der Schiedsrichter gesehen haben, denn er stand auf der gleichen Höhe wie ich.“ Der Unparteiische hieß Daniel Freese aus Katzwinkel, der für den TuS Weibern pfeift. Und Freese hatte ebenfalls eine klare Meinung. Im Gespräch mit unserer Zeitung betonte er ausdrücklich: „Fakt ist: Der Ball war nicht hinter der Linie.“ Freese ließ weiterspielen. Was dann passierte, dazu wollte sich der Schiri „nicht äußern, weil es ein schwebendes Verfahren ist“. Was geschah nach dem nicht gegebenen Tor? Die Aussagen dazu sind eindeutig: Schiedsrichter Freese wurde von den Saarburgern bedrängt, ein junger Spieler streckte ihn schließlich auf Höhe der Mittellinie nieder. „Er hat mich auf die Brust geschlagen“, sagte Freese. Saarburgs Moske wollte seinen Übeltäter nicht in Schutz nehmen, sagte aber: „Dass unser Spieler dahingeht, das geht nicht. Aber er hat ihn nicht dolle geschubst. Da wird jetzt viel aufgebauscht.“ Jedenfalls ging es nach der Attacke auf Freese hoch her. „Eine Rudelbildung unter den Spielern“, machte Fellenzer aus. Das animierte rund 20 Saarburger Fans, das Feld zu stürmen. „Das habe ich noch nie gesehen, dass Fans auf das Feld gelaufen sind“, sagte Freese, der die Partie drei Sekunden vor der Sirene abbrach und von den Ordnern in die Kabine geführt wurde. „Ich bin auch mit aufs Spielfeld gelaufen“, sagte Saarburgs zweiter Vorsitzender Moske: „Aber das waren nicht nur unsere Zuschauer, sondern auch Gösenrother. Das war aber alles nicht so schlimm.“ Für Fellenzer schon: „So etwas habe ich noch nie erlebt.“ Das Gleiche sagte Schiri Freese, der das Spiel aufgrund der Problematik, dass im Handballverband zahlreiche Schiedsrichter fehlen, alleine pfeifen musste. „Wenn ein zweiter Mann da gewesen wäre, wäre das niemals passiert“, sagte Fellenzer: „Aber mit so Aktionen kriegen wir die Schiedsrichter-Problematik nicht in den Griff. Das war alles schon sehr bedenklich.“ Daniel Freese pfiff übrigens einen Tag später das nächste Spiel: „Ich hoffe, das war das erste und letzte Mal, dass mir so etwas passiert ist.“ Und wie wird die Partie nun gewertet? „Mein Sonderbericht ging an die Spielinstanz, die wird bald ein Urteil fällen“, erzählte Freese. Saarburgs Tim Moske weiß, wie die Sache ausgehen wird: „Es ist jedem klar, dass wir die Partie als verloren angerechnet bekommen.“

Rhein-Hunsrück-Zeitung vom Dienstag, 29. Oktober 2013, Seite 14

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